Klimaneutrale Energie aus der Tiefe

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(vom 04.08.2020)

Modernes Energiekonzept für Neubaugebiet in Schlier

Die Bohrgeräte sind bereits im Einsatz und schaffen die Voraussetzung für die innovative Wärmeversorgung im Schlierer Neubaugebiet Am Bergle. Denn die Wärme aus der Erde ist ein Baustein im Konzept, das die Energieversorgung der künftigen Bewohner dort klimaneutral macht. „Das ist ein echter Meilenstein für unsere Gemeinde. Hier haben wir mit unseren Partnern etwas entwickelt, auf das andere Kommunen interessiert schauen“, freut sich Schliers Bürgermeisterin Katja Liebmann. Denn statt auf Wärmeerzeugung durch ein kleines Kraftwerk setzt die Gemeinde auf die sogenannte „Kalte Nahwärme“. Partner ist die Gesellschaft für integrierte Quartierslösungen – kurz iQ-GmbH. In ihr haben sich die Technische Werke Schussental GmbH & Co. KG (TWS) und die EnBW Energie Baden-Württemberg AG zusammengetan. Ihr Ziel: innovative Quartierslösungen für Kommunen und Bauträger zu entwickeln und umzusetzen. In der Kommune hatte sich Katja Liebmann seit ihrem Amtsantritt stark gemacht für einen Weg, der moderne Wohnansprüche mit ländlicher Idylle verbindet und dabei klare Akzente für Umwelt- und Klimaschutz setzt. Das neue Quartier im Teilort Unterankenreute setzt dabei Maßstäbe.

 

Kalte Nahwärme – junges Arbeitsfeld

Herzstück des energetischen Konzeptes ist die Versorgung mit „Kalter Nahwärme“. So nennen Fachleute ein Versorgungsnetz, das mit Vorlauftemperaturen zwischen 7 und 14 Grad arbeitet. Das sind gut 30 Grad weniger als in konventionellen Wärmenetzen. „Das funktioniert auch bei klirrender Kälte zuverlässig – das Haus und Duschwasser werden mollig warm“, erläutert Wärmespezialist Thomas Booch. Er führt mit seinem Kollegen Achim Lotter die Geschäfte der iQ-GmbH. Gemeinsam mit der Gemeinde Schlier und der Kommunalverwaltung haben sie die innovative Lösung entwickelt. Hauptenergiequelle ist eine geothermische Bohrung in 150 Meter Tiefe. Sie erwärmt sich dort, wird an die Oberfläche gefördert und nimmt auf dem Weg zu den Gebäuden zusätzlich Umgebungswärme aus dem Erdreich auf. In den Gebäuden übernimmt dann eine Wärmepumpe die Energie und macht diese für Raumheizung und Warmwasserbereitung nutzbar. Die gesamte technische Ausstattung ist Teil der Leistung, die die Nutzer erhalten. Auch umgekehrt funktioniert das Prinzip: Künftige Bewohner des Quartiers haben die Möglichkeit, ihr Haus im Sommer zu kühlen.

Sonnenstrom vom eigenen Dach – Komfort für Bauherren

Zusätzlich wird jedes Gebäude im Quartier mit einer Photovoltaikanlage ausgerüstet. Die Module sind so dimensioniert, dass die Haushalte und die angeschlossenen Wärmepumpen einen Großteil ihres Jahresstromverbrauchs hierüber decken können. Auch der Betrieb eines eigenen Stromladepunktes für E-Fahrzeuge ist so möglich. Um Details kümmert sich die von der Kommune beauftragte iQ-GmbH. Dazu gehört auch die jährliche Verbrauchs- und Einspeiseabrechnung der Solaranlagen. „Wir wollen an dieser Stelle energetische Zukunft heute schon erlebbar machen – dabei sollen es Bauherren und auch die späteren Bewohner möglichst einfach, bequem und auch langfristig kostengünstig haben“, betont Achim Lotter. Dazu trägt auch die Projektförderung des Bundes bei: Maximal 750.000 Euro gibt das Bundeswirtschaftsministerium dazu.
Auch bei der Information für potenzielle Bauherren geht die Gemeinde Schlier einen modernen Weg: So organisierte Katja Liebmann in Corona-Zeiten kurzerhand ein Online-Seminar mit den Projektpartnern; rund 110 Interessenten nahmen daran teil und konnten wichtige Fragen klären. Die Aufzeichnung stellt die Gemeinde auf einer speziellen Website des Neubauquartiers https://quartier-am-bergle-schlier.de zur Verfügung.

 

Aufbau einer hocheffizienten Wärmeversorgung im Schlierer Neubaugebiet Am Bergle

Mit einer geothermischen Tiefenbohrung startet der Aufbau einer hocheffizienten Wärmeversorgung im Schlierer Neubaugebiet Am Bergle. Bürgermeisterin Katja Liebmann freut sich über die künftig klimaneutrale Energieversorgung dort. Alexander Schuch, Kommunalberater der Netze-BW (links), Thomas Booch (zweiter von rechts) und Achim Lotter (rechts) von der iQ-GmbH haben die innovative Lösung gemeinsam mit der Kommune entwickelt und sind Ansprechpartner für die Bauherren.

 

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