Starke Partnerschaft für Grundwasser

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(vom 22.03.2017)

TWS und Betriebsgemeinschaft Hahnennest kooperieren und forcieren Energiepflanze Donau-Silphie als Alternative zu Mais

RAVENSBURG/OSTRACH. Gemeinsam wollen die Technische Werke Schussental GmbH & Co. KG (TWS) und die Energiepark Hahnennest GmbH & Co. KG in den kommenden Jahren den Anbau der „Donau-Silphie“ voranbringen. Denn für die Energiepflanze sprechen gewichtige Argumente wie der Grundwasserschutz. TWS-Geschäftsführer Dr. Andreas Thiel-Böhm und Thomas Metzler aus dem Weiler Hahnennest bei Ostrach besiegelten am heutigen Weltwassertag (22. März) eine entsprechende Kooperation. „Wir möchten die Verbreitung dieser Energiepflanze unterstützen. Denn als mehrjährige Kultur dient sie auch dem Grundwasserschutz – und der liegt uns als Trinkwasserversorger besonders am Herzen“, hielt Dr. Andreas Thiel-Böhm fest. Außerdem bezieht das Versorgungsunternehmen einen Teil seines Biogases für Gaskunden von der Betriebsgemeinschaft Hahnennest.

 Angepasst an Oberschwaben

Mit dem Boom der Biogasanlagen hat sich in Oberschwaben auch das Landschaftsbild verändert: Mais, soweit das Auge reicht. Mag diese Kultur auch besonders effizient für die Bioenergieerzeugung sein, in Sachen Boden- und Gewässerschutz gibt es auch Nachteile. Diese wiegt ein Korbblütler aus Nordamerika auf, der seit etlichen Jahren als „Durchwachsene Silphie“ in Deutschland getestet wird. In Oberschwaben haben Thomas Metzler und Ralf Brodmann aus Hahnennest mit Anbauversuchen die Rahmenbedingungen der Pflanze mit dem Ziel ausgelotet, diese für die Nutzung in Biogasanlagen wirtschaftlich zu machen. „Mit der Donau-Silphie haben wir nun eine Pflanze, die mit den Gegebenheiten in der Region zurechtkommt und zugleich gute Ergebnisse bei der Biogaserzeugung liefert“, berichtete Thomas Metzler. Für die Bestückung der Hahnennest-Energieanlagen bieten die beiden findigen Landwirte Berufskollegen auch eine Anbaupartnerschaft an.

Bis zu 30 Jahre Nutzung

Ganz nebenbei bringt die Pflanze zudem Abwechslung ins Landschaftsbild und dient während der Blüte in den Monaten Juli und August als Bienenweide. Mit Blick auf das Grundwasser zielt Andreas Thiel-Böhm besonders auf zwei Aspekte ab: Zum einen sind ab dem zweiten Kulturjahr der Silphie keine chemischen Pflanzenschutzmaßnahmen mehr notwendig. Zum anderen benötigt die Kultur, die bis zu 30 Jahre wirtschaftlich genutzt werden kann, rund ein Drittel weniger Stickstoff als Mais. Das hohe Vermögen der Pflanzen, diesen Nährstoff zu binden und in Wachstum umzusetzen ist ein weiterer Aspekt, bei dem die Silphie aus ökologischer Sicht gegenüber dem Mais die Nase vorne hat. „Als Trinkwasserversorger ist uns eine solche Entwicklung in der Landwirtschaft sehr wichtig und wir wollen auch dazu beitragen, dass die Pflanze Verbreitung findet“, sagte der TWS-Chef. Denn das Unternehmen fördert das Lebensmittel Nummer 1 direkt aus Quellen und den Grundwasserressourcen in der Region und liefert dieses als hochqualitatives Trinkwasser an rund 69.000 Einwohner in Weingarten, Ravensburg und Eschach.

Biogas für Verbraucher in der Region

Im ersten Anbaujahr wird die Donau-Silphie ab April in Mischsaat mit Mais ausgebracht, in den Folgejahren wächst sie dann immer wieder nach. Denn das Wurzelwerk verbleibt im Boden und bewahrt dort wichtige Nährstoffe vor der Auswaschung in den Wintermonaten. Damit wird auch Stickstoff für die nachfolgende Vegetationsperiode gebunden. Das verhindert, dass dieser im Boden zu Nitrat umgewandelt wird und ins Grundwasser ausgewaschen wird.
Gut zwei Meter hoch wachsen die Pflanzen ab dem zweiten Jahr. Geerntet wird dann Ende Oktober mit dem Häcksler: Die Biomasse wird anschließend im Silo konserviert und dient in den folgenden Monaten als Futter für die Bakterien in Biogasanlagen. „Diese Art des Kreislaufs verdient die Bezeichnung nachhaltig“, findet Andreas Thiel-Böhm. Davon sollen auch die Verbraucher in der Region profitieren: Dieses wird unter anderem mit einem Gesamtanteil von 10 Prozent dem Produkt twsBiogas zugerechnet und hilft damit Hauseigentümern, die Vorgaben des Landeswärmegesetzes in Sachen Nutzung erneuerbarer Energien teilweise zu erfüllen.

Thomas Metzler (links) vom Energiepark Hahnennest und TWS-Geschäftsführer Dr. Andreas Thiel-Böhm forcieren gemeinsam die Verbreitung der Energiepflanze „Donau-Silphie“, die unter anderem dem Grundwasserschutz dient.
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