Nachgefragt

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(vom 03.11.2015)

Nachgefragt bei Helmut Hertle, Geschäftsführer der Windkraft Bodensee-Oberschwaben GmbH & Co. KG (WKBO)

Vor gut drei Jahren haben sich Stadtwerke aus der Region Bodensee-Oberschwaben zusammengetan, um die Windkraft in ihrem Einzugsgebiet gemeinsam voran zu bringen. Das Regionalwerk Bodensee möchte nun seine Anteile abgeben. Wir haben bei Helmut Hertle nachgefragt.

Herr Hertle, was macht die Entwicklung von Windkraft-Projekten in der Region Bodensee und Oberschwaben?

Es gibt verschiedene Standortprüfungen, die die WKBO teilweise mit Unterstützung der Kommunen durchgeführt hat. Aktuell gibt es zwei Projekte, die sich konkret abzeichnen. Sie werden von Experten geprüft, auch hinsichtlich der Durchführbarkeit und der Wirtschaftlichkeit. Eines der beiden Projekte ist schon weit fortgeschritten – für dieses wurde bereits ein Realisierungsbeschluss innerhalb der WKBO gefasst.

Warum gibt das Regionalwerk Bodensee dann seine Anteile ab?

Hinsichtlich der Projekte gibt es unterschiedliche Erwartungen an die Rendite. Im Gegensatz zu den übrigen Gesellschaftern hält das Regionalwerk Bodensee an den angestrebten sechs Prozent Gesamtkapitalrendite als Ziel fest. Derzeit existiert allerdings kein Projekt, das diesen Renditeansprüchen genügt. Für die aktuellen Projekte ist eine Gesamtkapitalrendite von zirka fünf Prozent realisierbar und damit aus Sicht der verbleibenden WKBO-Partner eine angemessene Rendite realistisch und deutlich rentabler als die gängigen Geldanlagen.

Wie geht es innerhalb der WKBO weiter?

Die drei weiteren Gründungsgesellschafter, die Technischen Werke Schussental (TWS), das Stadtwerk am See und die Stadtwerke Bad Saulgau, möchten sich auch weiterhin dauerhaft in der WKBO engagieren. Die Konstellation in der Gesellschaft verändert sich allerdings: Die TWS wird die Anteile des Regionalwerk Bodensee übernehmen. Dies war das Ergebnis von intensiven Sondierungsgesprächen zwischen allen Gesellschaftern. In diesen Gesprächen wurden hinsichtlich wirtschaftlicher Aspekte als auch der angestrebte Einfluss der verbleibenden Gesellschafter abgewogen. Der Übergang der Anteile ist zum Jahreswechsel geplant.

Was ist das Ziel der WKBO?

2012 hatten sich Stadtwerke aus der Region zusammengetan, um gemeinsam den Ausbau der Windkraft zwischen Bodensee und Oberschwaben voran zu bringen. Denn wir benötigen auch im Süden verschiedene Möglichkeiten der dezentralen Stromerzeugung, wenn bis zum Jahr 2022 das letzte Atomkraftwerk in Deutschland vom Netz gehen wird. Windkraft ist nicht nur ein wichtiger Baustein der künftigen Energieversorgung, sondern auch dank des technischen Fortschritts im Binnenland wirtschaftlich. Aber die Projektentwicklung in diesem Bereich braucht Know-how und einen langen Atem – nicht zuletzt weil es gilt, die Menschen vor Ort mitzunehmen. Genau das ist die Aufgabe der WKBO.

Wie sehen die Beteiligungsverhältnisse künftig aus?

Das Regionalwerk hält bis dato 12,5 Prozent der WKBO-Anteile, die die TWS übernehmen wird. Mit dem Stadtwerk am See und der TWS gibt es dann mit je 45 Prozent Anteilen zwei große Partner in der Gesellschaft, die restlichen Anteile halten die Stadtwerke Saulgau. Unser erklärtes Ziel ist es ein wirtschaftlich tragfähiges Projekt in der Region zu realisieren. Für die Realisierung haben sich die Gesellschafter ein klares finanzielles Limit gesetzt, das sie bereit sind auszugeben, um ein Projekt zu realisieren.

Zur WKBO:

Die WKBO wurde im Juli 2012 von Stadtwerken aus der Region Bodensee-Oberschwaben gegründet. Ziel der Gesellschaft ist die Entwicklung von Windkraftprojekten in der Region. An der WKBO beteiligt sind aktuell die Technischen Werke Schussental mit 32,5 Prozent, das Stadtwerk am See mit 45 Prozent, das Regionalwerk Bodensee in Tettnang mit 12,5 Prozent sowie die Stadtwerke Bad Saulgau mit 10 Prozent.

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