Neuer Rahmen für den Umbau der Energieversorgung

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(vom 23.06.2014)

TWS begrüßt EEG-Novelle - Erneuerbare Energien sind bei Vollkostenrechnung so rentabel wie konventionelle Kraftwerke

RAVENSBURG. An die Novelle des Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG) sind hohe Erwartungen geknüpft. Am Freitag, 27. Juni, berät der Bundestag. Das überarbeitete Gesetz soll einen verlässlichen Rahmen für Investitionen bilden und zudem die Kosten für den Endverbraucher in Zaum halten. „Wir begrüßen das Maßnahmenpaket, das die Experten für die EEG-Novelle ausgearbeitet haben“, sagt Dr. Andreas Thiel-Böhm, Geschäftsführer der Technische Werke Schussental GmbH & Co. KG (TWS). Denn der Umbau der Energieversorgung in Deutschland geht nur voran, wenn weiter neue Anlagen entstehen und der dort erzeugte Strom sich dem  Markt stellt. „Bei einer Vollkostenrechnung können Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien heute bereits wirtschaftlich mit Gas- und Kohlekraftwerken mithalten“, ergänzt Helmut Hertle als Technischer Geschäftsführer der TWS. Wichtig ist aus seiner Sicht eine ausgewogene Mischung der Erzeugungsarten in der Region. So ergänzen sich Windkraft und Solarenergie saisonal optimal und halten auf diese Weise den Ausbau des Stromnetzes in Grenzen. Generell ist die Konzentration auf kostengünstige und hocheffiziente Technologien immer wichtiger, ebenso der Abbau von Fehlanreizen.

Zielgerichteter investieren
Geplant ist, dass das neue EEG zum 1. August in Kraft tritt, zuvor beraten der Bundestag und im Juli dann der Bundesrat über die Gesetzesnovelle. Diese sieht konkret vor: Begrenzung des Kostenanstiegs der EEG-Umlage für die Endverbraucher durch die Deckelung des jährlichen Zubaus an Photovoltaik-, Windkraft- und Biomasseanlagen sowie etwas reduzierte Fördersätze für den erzeugten Strom für den gesamten Förderzeitraum. Im Durchschnitt werden die ab 2015 fertiggestellten Anlagen dann statt mit circa 17 Cent mit rund 12 Cent je eingespeister Kilowattstunde Strom gefördert – Windenergie aus Binnenerzeugung sowie Solarstrom liegen darunter, Biomasse und Windenergie auf hoher See bekommen höhere Vergütungssätze. Bestandsanlagen sind von den Neuerungen nicht betroffen, denn die Beteiligten waren sich von Anfang an einig, dass die Investitionssicherheit Vorrang hat.

Betreiber von Erzeugungsanlagen werden künftig zunehmend zur Direktvermarktung verpflichtet. „Dadurch wird die Marktintegration der erneuerbaren Energien beschleunigt“, meint Andreas Thiel-Böhm. Darüber hinaus soll die ab 2017 vorgesehene Auktionierung von neuen Anlagen die Marktorientierung der erneuerbaren Energien noch weiter verstärken.

Regelungen für Eigenverbrauch und Industrie
Umstritten bleibt, ob der Verbrauch an selbst erzeugtem Ökostrom künftig mit der EEG-Umlage belegt werden soll. Bislang ist das nicht der Fall. Für neue Anlagen wird allerdings diskutiert, ob einheitlich etwa 40 Prozent der Umlage für den Eigenverbrauch berechnet werden. „Das ist aus unserer Sicht eher kontraproduktiv. Denn dann wird mangels Wirtschaftlichkeit weniger in Stromspeicher investiert – und die benötigen wir künftig deutlich mehr“, meint Helmut Hertle dazu. In jedem Fall wünscht er sich eine Entscheidung, die für große und kleine Ökostromerzeuger gleichermaßen gilt.

Eingeschränkt werden soll das sogenannte Industrieprivileg: Dieses befreit energieintensive Betriebe ganz oder teilweise von der EEG-Umlage. „Für Unternehmen, die sich dem internationalen Wettbewerb stellen müssen, ist diese Regelung wichtig“, erklärt Andreas Thiel-Böhm. Dass die Kriterien verschärft werden, findet er aber richtig. Dies ist nach Meinung des TWS-Geschäftsführers ein wichtiges Ziel – auch wenn offen bleibt, wie über die Ausnahmen von der EEG-Umlage entschieden wird.

Hintergrund:
Im Jahr 2000 trat das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) zur Förderung der regenerativen Energieerzeugung in Kraft. Es schafft für Erzeuger von Strom aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse Investitionssicherheit, indem es ihnen zwanzig Jahre lang den Absatz zu fixierten Preisen garantiert. Die Differenz zwischen Marktpreis und garantierter Vergütung zahlen die Stromverbraucher in Form der EEG-Umlage. Diese stieg in den vergangenen zehn Jahren von 0,4 Cent auf derzeit 6,24 Cent pro Kilowattstunde. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energien auf 23 Prozent an der gesamten Stromerzeugung in Deutschland.

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